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Grünes Dach

Nicht nur "Das Grüne Dach" - Radtour Juni 2003

Die Übersicht zur Tour samt Links zu Radwegbeschreibungungen und Unterkünften steht am Ende des Berichts

1. Von Hof nach Hohenberg 56 km

Im Fahrradabteil des neuen Doppeldeckers der Waggonwerke Görlitz geht es von München nach Regensburg, trotz Verspätung nahtlos vom gleichen Bahnsteig im wieder sehr modernen Regionalzug mit Radabteil nach Hof. Um 13.30 Start mit der üblichen Detour, bis wir den Wegweiser "Das Grüne Dach" mit dem vertrauten Y finden. Es wird immer einsamer, gelegentlich auch unwegsamer, die Landschaft traumhaft schön. Lange fahren wir exakt an der tschechischen Grenze entlang, manchmal aufgescheucht vom BGS auf Patrouille. Über Selb und viele ups und downs gegen 18.30 Uhr endlich in Hohenberg, wie der Name schon sagt: Up. Gute Zimmer im Gasthof zum Lamm, das schon seit 500 Jahren existiert. Die Burg von Hohenberg ist zum Teil in der Hand der Grünen, zum Teil der Sudetendeutschen, die von hier einen guten Blick in die alte Heimat haben. Der Turm gehört den Störchen, die sich mit Brutpflege beschäftigen.

 

2. Von Hohenberg nach Bärnau 67 km

Leider fehlt uns eine genaue Karte, ist im örtlichen Schreibwarenladen auch nicht zu erstehen. Wahrscheinlich deshalb vertun wir uns mit der Ortsausfahrt und landen nach mühsamer Bergbesteigung unter Mitnahme eines Fahrrades in einem Bergbaugebiet. Über Holperwege verlassen wir es wieder. Irgenwann wird uns die Suche nach dem grünen Dach zu blöd und wir bleiben auf der Teerstraße, die insgesamt kaum befahren ist.

In dem wirklich hübschen Ort Neualberg ist uns das Glück hold, wir bekommen eine Karte. Der Nachmittag bringt viel Hitze und die dauernden Steigungen machen es auch nicht leichter. Erst kurz vor Bärnau wendet sich das Inklinometer und wir sausen 5 km zu Tal, was wir natürlich morgen büßen müssen. Trickreich haben wir unser Hotel an der Hauptverkehrsstraße ausgesucht. Abendessen gibt es bei der Konkurrenz am relativ ruhigen Marktplatz.

 

3. Von Bärnau nach Schönsee 67 km

Von Bärnau aus sollen wir die Silberhütte nach dem "GDR" (Grünes Dach Radweg) erreichen, aber irgendwo verlässt uns die Beschilderung, so dass wir die Silberhütte großräumig und vor allem mit 860 m Höhe umfahren. Gut, eine kleine Morgengymnastik. Schließlich erreichen wir auf bequemer Teerstraße den Sattel zur Silberhütte samt Bushaltestelle. Von dort segeln wir an Flossenbürg vorbei nach Georgenberg, was bedeutet, den GDR zu verlassen. In ständigem Auf und Ab kommen wir nach Waidhaus, wo uns der Grenzverkehr mit Schwerlastern schier erdrückt. Wir finden sicher wieder zurück zum GDR, der jetzt auf einer alten Bahntrasse verläuft, stressfrei sanft ansteigend und abfallend. Nur die Hitze wird immer schlimmer. In Eslarn müssen wir die Bahnstrecke aufgeben, aber die GDR-Schilder geleiten uns sicher in den Wald hinein. An einer Wegkreuzung steht malerisch eine Pferdekutsche (Vierspänner), die Leute winken und rufen uns zu. Wir segeln an ihnen vorbei - und steigen auf falschem Weg in stundenlanger Beinarbeit auf den Eulenberg (808 m), halb gefressen von Fliegen und anderem Getier. Als wir endlich am Gipfel ankommen - teils schiebend, teils auf dem Rad aus dem letzten Loch pfeifend - stehen wir entgeistert vor dem Schild "Landesgrenze", weglos, ratlos. Auch ein großes Palaver der Herren über die Landkarten ändert nichts daran, wir müssen den ganzen Schotterweg wieder zurück, bis zu der Stelle, wo die Kutsche uns das GDR-Schild verdeckt hatte. Wieder steigen wir, diesmal auf Teer, ein Stück zu hoch, aber schließlich erreichen wir doch unsere Pension "zu den drei Seerosen" direkt am Schönsee in Schönsee.

 

4. Schönsee 59 km

Auf der Suche nach einer Bademöglichkeit verlassen wir Schönsee westwärts und hangeln uns bergauf, bergab durch die beeindruckende Landschaft. Gegen Mittag erreichen wir einen Badeweiher bei Kleinschwand in 25 km Distanz. Er ist noch nicht überfüllt und wirkt recht idyllisch. Die Sonne knüppelt herunter, als wir gegen  2 Uhr wieder aufbrechen. Very low key fahren wir die Berge an, um nicht zu schwitzen. Es hilft alles nichts. Am Schluss verpassen wir auch noch das größte Stück des schönen Aschatal-Radweges. Hinter uns türmen sich Gewitterwolken. Eine Minute vom Hotel entfernt fängt es zu regnen.

 

5. Schönsee - Cham 67 km

Die Sonne strahlt schon wieder. Wir zahlen und entschwinden, abweichend vom GDR, über den Aschatal-Radweg nach Süden, dann Südwesten. Bis Neunburg vorm Wald geht es fast immer bergab auf herrlichen Strecken. Dann kommt die zweite ehemalige Bahnstrecke, der Schwarzachtal-Radweg bis Gütenland, Pfalzgraf-Johann-Radweg bis Hauzenried und schließlich unwegsames Gelände. Wir radeln oder schieben auf Wanderpfaden nach Stamsried, dann Pitzling. Etwa 15 km vor Cham fängt es explizit hinter uns an zu donnern. Wir geben Gas und versuchen, Land zu gewinnen. Ein kurzer Boxenstop mit Kaminwurzen wirft uns zurück. Trotzdem kommen wir fast ohne Regen nach Cham, nur um zu erfahren, dass unser Parkhotel, etwas deplatziert, außerhalb Chams liegt.

 

6. Cham - Lam 53 km

Wir finden in Cham sogleich den Regentalweg, der sich am Regen entlang schlängelt, ohne Steigungen, gut ausgeschildert. In Kötzting braucht es ein wenig Spürsinn, um auf den Lamer Winkel-Arbersee-Radweg zu wechseln. Er ist etwas hügeliger, d. h. eigentlich geht es gemächlich, aber stetig bergauf. Die Hitze macht uns zu schaffen und wir kommen gegen 14.00 Uhr verschwitzt in Lam an, nur um wieder einmal festzustellen, dass unser Hotel Sonnbichl außerhalb bergauf an der Autostraße zum Osserparkplatz liegt.

 

7. Lam - Frauenau 47 km Länge, locker 600 m Höhe

Wir starten früh und schon nach der Lohberghütte geht es ordentlich aufwärts auf dem Radweg Lamer Winkel-Arber Hinterher noch mehr. Wir kämpfen uns bergwärts. Die Straße wird immer steiler, aber irgendwann kommen wir doch zum kleinen Arbersee, wo blutrünstige Insekten auf uns warten. Immer noch bergan kämpfen wir uns weiter zum Brennes vor, den wir gegen 11 Uhr erreichen. Dort stärken wir uns und segeln über den großen Arbersee auf dem Regental- Radweg  gen Zwiesel, auf dass die Bremsen rauchen. In Zwiesel ist "Glastag", der uns eine Schiebung abnötigt. Bei ordentlichen Temperaturen radeln wir über den Nationalpark-Radweg nach Frauenau und in unser - sehr angenehmes - Hotel St. Florian, direkt neben der Glashütte Eisch. 

 

 

8.Um Frauenau 40 km Länge, 400 m Höhe

Heute lassen wir es gemütlich angehen und radeln in knapp einer halben Stunde 200 m Höhe. Wir fahren auf einem Radrundweg nach Rinchnach durch hohen Buchenwald, vorbei am Bahnhof Klingenbrunn. In Rinchnach besichtigen wir die berühmte Rokokokirche, wie immer eine Offenbarung. Gleich gegenüber dasselbe kulinarisch, allerdings gewürzt durch ständige Traktorbewegungen und solche, die das Ziel "destroy the silence" verinnerlicht haben. Über Zimmerau soll es zurückgehen nach Frauenau; noch 5.5 km, sagt der Wegweiser. Ein freundlicher Einheimischer inmitten nützlichen Federviehs gibt uns genaue Anweisungen. Die Glückskatze blinzelt vom Balkon. Wir verirren uns im Wald, und zwar so gründlich, dass vor unserem geistigen Auge schon Radlergerippe zwischen den Bäumen klappern. Endlich ein Radweg, loipentauglich. Wir wenden uns links, den Berg hinunter. Der erste Wegweiser klärt uns auf: Rechts liegt Frauenau. Also wieder alles zurückgeschnauft.  Immerhin landen wir nach rasanter Talfahrt punktgenau am Hotel. 

 

9. Frauenau - Mauth 42 km  Länge, 400 m Höhe

Die ersten Kilometer aus Frauenau hinaus sind sauer verdienter Anstieg, dann folgt der schon von gestern bekannte Weg nach Klingenbrunn. Von dort folgen wir dem Radweg nach Spiegelau. Zunächst geht es auf Teer hinunter, dann auf gesandeten Wegen weiter. Fast mühelos rollen wir durch die Nationalpark-Radwege. Bei Altschönau wird es anspruchsvoller. Es geht ordentlich hinauf, teils kaum zu treten. In Mauth sind wir um 2 Uhr in der Pension Fuchs. Die männlichen Teammitglieder radeln nach Mitterfirmiansreuth und auf der Bundestraße zurück, schweißtreibend aber nicht unangenehm, berichten sie (31 km Länge, 450 m Höhe). Der weibliche Teil des Teams macht es sich bei einem Eisbecher im örtlichen Cafe gemütlich. 

Detour über Annathal, Mitterfirmiansreuth, Hinterschmiding und zurück.

10. Mauth - Neureichenau 50 km Länge, 300 m Höhe.

Schon in der Nacht fängt es an zu regnen. Beim Frühstück großer Kriegsrat. Es zeigt sich zwar verzagter blauer Himmel, aber die Regenwahrscheinlichkeit liegt doch bei 90 %. Also nicht 30 km Umweg über Tschechien, sondern möglichst auf Teerstraßen nach Neureichenau.  Kurz hinter Freyung geraten wir das erste Mal in ein heftiges Gewitter. Wir stellen uns am Straßenrand unter und nehmen eine Verkehrszählung vor. Kurz danach suchen wir Schutz beim örtlichen Wirtshaus in Perlesöd, das natürlich auf einem Berg liegt.  Wir warten in Ruhe ab, bis sich die Sonne wieder zeigt. Auf und ab geht es weiter, herrliche Ausblicke, schließlich sogar ein passabler Radweg auf einer alten Bahnstrecke, der Adalbert-Stifter-Radweg, nach Jandelsbrunn. Wieder flüchten wir uns vor dem Gewitter in ein Cafe. Trocken, auf nasser, befahrener Straße schaffen wir das letzte Stück bis zum Wirtshaus zur Einkehr außerhalb von Neureichenau. Wir beziehen Quartier unterm Dach und schon regnet es in Strömen.

 

11. Neureichenau - Passau 57 km, Zug bis München

Mit mehr Bergstrecken als erwartet radeln wir auf dem Donau-Wald-Radweg der Donau entgegen. Während wir auf der ganzen Radtour nur einem Tourenradler mit Packtaschen begegnet sind, können wir uns auf dem Donauradweg kaum retten vor Tourenradlern und windschnittig gestylten  Mountainbikern. Wir fahren an ihnen vorbei und können uns ein hämisches Grinsen nicht ganz verkneifen. Den Zug nach München um 16. 20 Uhr erreichen wir bequem.

 

Zur Übersicht: Die von uns aufgesuchten Unterkünfte sind mit Preisangabe, die sich auf zwei Personen und das Jahr 2003 bezieht, versehen. Eine Vorbuchung ist in der Hochsaison ratsam, soll die Auswahl erhalten bleiben. In der Region sind die Lebenshaltungskosten vergleichsweise niedrig, was auch gute Mahlzeiten preiswert macht. Deren Umfang entsprach regelmäßig mindestens dem Erwartungshorizont eines hungrigen Radlers.

Tag

Radweg

km

Zielort

Unterkunft

1.Tag

Zug nach Hof; Fahrzeit ca. 3 Std.
Lokale Radwege SO; Grünes-Dach-RW ab Heinersberg O von Rehau; auf diesem bleiben

69

Hohenberg an der Eger

Zum Weißen Lamm
Gasthof zur Burg

Weißes Lamm 48 €

2.Tag

Grünes-Dach-RW

67

Bärnau

Gasthof Kaltn Über Baernau - Touristik - Unterkünfte - Gasthäuser

3.Tag

Grünes-Dach-RW

67

Schönsee

ber Schoenau, Hotel-Pension Drei Seerosen (Hallenbad) - 47,00 €  oder Hotel St. Hubertus Pension Waldblick oder Gasthof Krone

4.Tag

Ausflug von Schönsee aus

5.Tag

Grünes-Dach-RW

67

Cham

Parkhotel Sonnenhof
 

6.Tag.

Grünes-Dach-RW

53

Lam

Sonnbichl Hochrain Post
Sonnbichl 62 €

7.Tag.

Grünes-Dach-RW
Regental-RW
Statt des langen Aufstiegs zum Arberpass bei Brennes kann man auch den "Radlbus" von Lohberg nach Bayrisch Eisenstein nehmen

40

Zwiesel

oder Frauenau
 

Zwiesel: Chrysantihof  Magdalenenhof Zur Waldbahn Goldwäscher

Frauenau (12 km): Hotel St. Florian Eibl-Brunner (beide mit Hallenbad) Büchler Hubertus
Hotel St.Forian 76 €

8. Tag.

Rundfahrt  um Frauenau

9.Tag.

Nationalpark-RW

42/73

Mauth

Viele Pensionen Pension Fuchs
44 €

10.Tag

Nationalpark-RW
Donau-Wald-RW

50

Neureichenau

Einkehr Sternenzauber 40 €

11.Tag

Donau-Wald-RW
Donauradweg

57

Passau

Zug nach München jede Stunde, Fahrzeit 2.30

 

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