Anfang
Brigitte
Radtouren
BtMG
StPO
Ausbildung
Mongolei
Felix Joach.
Mail
Große Franken-Tour

 

Wir starteten von München aus mit dem Zug und kamen mit einigem Umsteigen bis Muhr am See bei Gunzenhausen. Von dort aus kann man am Brombachsee den “Einstieg” in den Altmühltal-Radweg finden.

  

Zielort

Radwege

Km

Unterkunft

Telefon

Bemerkungen zur Etappe

Rothenburg

Altmühltal-RW

67

Klosterstüble

098616774

sehr leichte Steigungen, recht abwechselungsreich

Tauberbischofs-
heim

Romant.Straße

77

Hotel Mühlenwerth

0934195555

trotz Flussnähe immer wieder Steigungen und Gefälle

Würzburg

bis Markt Heidenfeld auf dem Tauber tal/Maintal-RW, dann auf örtlichen Radwegen bis Würzburg

78

Russ am Rathaus

093150016

von Mergentheim bis Wertheim eine Bilderbuchstrecke; dann wieder wunderschön ab Markt Heidenfeld, hügelig, dazwischen OK

Volkach

Maintal

65

Cafe Schmitt

09381803871

recht dicht bebaute Flusslandschaft, flache Strecke

Bamberg

Steigerwald- Hochweg (Radweg des Steigerwald- kreises)

77

Alt-Ringlein

095195320

schöne Blicke bis Ebrach, dann ca. 30 km schattiger Forstweg, ordentliche Steigungen auf der ganzen Fahrt

Kulmbach

Maintal

77

"Weißes Roß"

09221/9565-0

etwas konfus dauernd die Flussseite wechselnder Radweg, sehr schön ab Lichtenfels

Gößweinstein

Weißmain

75

Hotel Regina

09242250

Der Weißmain-RW ist ein Radfahrertraum auf ehemaliger Bahntrasse; die letzten 20 km aber ruinieren die Kondition

Amberg

Erlangen/Peg- nitztal; 5-Flüsse

78

Hotel Brunner

096214970

ordentliche Steigungen und schöne Landschaft bis Sulzbach-Rosenberg

Regensburg

5 Flüsse Naabtal

80

Zum fröhlichen Türken

094153651

Optimale Radwege in Kombi- nation mit abwechslungsreicher Landschaft

Abensberg

Donau RW,
von Kelheim nach Weltenburg per Schiff

67

Altstadthotel Kneitinger

0944391540

Schöne flache Strecke entlang der Donau; ab Kelheim lohnt unbedingt die Fahrt per Schiff

Freising

Abensweg

71

 

 

bis Mainburg gut ausgeschildert und angenehm zu radeln; dann wird es etwas verkehrsreicher; teilweise ist der Radweg nur an den Y-Zeichen erkennbar.

 

 

 

1. Tag 20. 8. 00 Gröbenzell - Rothenburg

8.40 Start in Gröbenzell, schon bei Hitze und blauem Himmel. Von Pasing bis Donauwörth verläuft die Bahnfahrt stressfrei. Das Anschlussstück bis Treuchtlingen erweist sich als schwierig, da das Fahrradabteil völlig überfüllt ist und der Ausstieg zugestellt. Aber mit freundlichem Schaffner und Teamarbeit gelingt auch die letzte Bahnetappe nach Muhr am See.
Von da ab ist es an sich einfaches Radeln, aber die Hitze macht den Teilnehmern unterschiedlich stark zu schaffen. Über Herrieden finden wir endlich den Altmühltalweg nach Rothenburg. Wir folgen ihm bei wenig Steigung, aber Bullenhitze. Die Altmühl ist hier im Grunde eine schlammige Pfütze, sie wird immer schmaler und gerät endlich ganz aus dem Gesichtsfeld.
Rothenburg nähern wir uns strategisch, d. h. über Umwege unter der Autobahn und Bundestraße. Als schwierigste Aufgabe des Tages entpuppt sich gegen 17.00 Uhr, das “Hotel Klosterstüberl” zu finden; wir verbinden sie mit einer ausgiebigen Stadtrundfahrt. Abends sitzen wir bei aufkommendem Gewitter im Biergarten gegenüber dem Dom beim “Küchenmeister”, dessen Name sich als Euphemismus herausstellt. Trotzdem nachts Märchenstimmung im Mittelalter.

2. Tag 21. 8. 00 Rothenburg - Tauberbischofsheim

Nächtens hat es gestürmt und gewittert, früh auch noch, aber als wir aufbrechen, hat sich der Regen verzogen. Wir verlassen Rothenburg unkonventionell, aber selbstbewusst über die falsche Straße. Bald jedoch kommen wir auf den richtigen Radweg “Liebliches Taubertal”, der uns wirklich erfreut: Ordentliche Oberfläche, ruhig, hin und wieder eine Steigung - ein echtes Vergnügen. In Creglingen finden wir nach einer kleinen Detour die Hergottskirche mit dem Riemenschneideraltar, recht eindrucksvoll.
Der Himmel wird immer düsterer und es fängt zu regnen an; erst sanft, dann aber durchaus ernsthaft, so dass alle ihre dichteste Regenkleidung anlegen. Trotzdem werden die Füße immer nässer. Wir strampeln weiter, durchqueren Tauberbischofsheim im strömenden Regen völlig ungerührt und fallen endlich in unser Nachtquartier, das “Landhotel zum Mühlenbach”, ein. Der Regen verzieht sich. Großzügige Zimmer und ein gutes Essen erwarten uns bei völliger Ruhe und Abgeschiedenheit, direkt am Radweg.

3. Tag 22. 8. 00 Hochhausen - Würzburg

Am Morgen weckt uns Sonnenschein. Wir machen uns recht zuversichtlich auf zum lieblichen Taubertalweg; leider erweist er sich auch als recht überfüllt. Das Wetter stabilisiert sich. Bei Wertheim verlassen wir das immer noch liebliche Taubertal und schlagen uns durch zur rechtsmainischen Seite. Auch recht hübsch, aber zementwerklastig. Bei Marktheidenfeld begeben wir uns auf Landkreisradwege, z.B. MTF8 = Main-Tauber-Franken-Weg-Achter. Wie in diesen Kreisen der Brauch, verlässt dich die Markierung immer dann, wenn du sie am nötigsten brauchst. Aber wir werden entschädigt durch einsame hügelige Landschaft mit weiten Blicken und engen Steigungen. Ein liebenswerter fränkischer Landmann hilft, wo die Markierung fehlt.
Das letzte Verbindungsstück hinunter zum Main stürzen wir todesmutig auf eine zur Autobahn ausgebaute Ortsverbindungsstraße mit 15% Steigung und Abfahrt, beides gleich gefährlich - aber wir kommen wohlbehalten, mit klapperndem Knochengerüst wieder im Maintal an und segeln weiter nach Würzburg Zentrum, diesmal auf multifunktionalen Teerwegen, ein Selbstbehauptungskurs im Wechselspiel mit Joggern, In-Line-Skatern und Fußgängern. Das “Hotel Ruß” ist liebenswert altmodisch, ruhig, trotzdem sehr zentral. Nach kurzer Pause schleppen wir uns eher schwergliedrig auf einen Stadtrundgang mit den Highlights Residenzgarten und Uferpromenade. Abends speisen wir im Hotel als einzige Gäste, was anfangs besorgten Service bewirkt, später aber dazu führt, dass uns die Stühle auf den Tisch gestellt werden.

4. Tag 23. 8. 00 Würzburg - Volkach

Um 9.20 Uhr stehen wir für die Besichtigung in der Residenz bereit, wofür sich der englischsprachige Teil unserer Gruppe unter eine ebensolche schmuggelt, während wir einer exzellenten Führung auf Deutsch lauschen.
Um 11.30 Uhr verlassen wir bei strahlender Sonne und ohne Schwierigkeiten Würzburg am Main entlang.  Das war aber schon fast der einzige stressfreie Trip. Wir schlängeln uns zwischen Zementwerken, Kläranlagen und Einkaufszentren, bereichert durch Fahrradwege entlang der Bundesstraße. Um 14.30 Uhr endlich Picknick, dann wieder Spurensuche - der MT = Maintalwanderweg ist äußerst flüchtig.
Daher ist die an sich kurze Etappe doch recht anstrengend. Schließlich landen wir, am Mainkanal entlangfahrend, in Volkach im “Cafe Schmidt”.
Wir wandern nach kurzer Ruhepause zu Maria im Weingarten, nicht bedenkend, dass sie um 19.00 Uhr schon geschlossen hat. Trotzdem genießen wir den Blick auf Weingarten und Schwarzriesling.
Aus der geplanten Do-it-yourself-Weinprobe in der “Rose” wird wegen Ruhetags leider nichts. Wir landen in einem eher unansehnlichen Wirtsgarten, bekommen aber gutes Essen und ebensolche Weine. Wie schon gewohnt, werden um 10.00 Uhr die Stühle auf die Tische gestellt. 

5. Tag 24. 8. 00 Volkach - Bamberg

Wieder strahlend blauer Himmel, den wir schon für selbstverständlich halten. Heute sind Berge angesagt, dafür aber auch herrliche Rundblicke auf Weinberge. Wir fahren fast 20 km durch hohen Buchenwald, speisen an einer riesigen Holztafel inmitten desselben und segeln endlich bergab in Bamberg ein, wo ein rauschendes Kirchweihfest im Gange ist, in allen Gassen der schönen Altstadt, insbesondere jedoch genau vor den Fenstern unseres Hotelzimmers im Herzen der Stadt. Das “Hotel Ringlein” wurde nicht nur schon 1545 erbaut, sondern auch genau gegenüber  dem “Schlenkerla”, dem beliebtesten Rauchbierausschank der Stadt. Wir versuchen das Beste daraus zu machen, schlagen uns die Nacht um die Ohren, finden aber auch dann kaum Schlaf. Soviel zum Thema Hotels in der Innenstadt.

6. Tag 25. 8.00 Bamberg - Kulmbach

In der Früh scheint zwar die Sonne, aber der Dom ist wegen Messe geschlossen. Also verlassen wir Bamberg gegen 9.30 Uhr in NW-Richtung, was nicht ganz einfach ist. Der Maintalweg ist aus verschiedenen Radwegstrecken zusammengestückelt. Die Verbindung geschieht meist über Bundesstraßen oder belebte Bahnübergänge. Aber wir kommen zügig voran, bis wir einen Riss in einem Hinterreifen entdecken. Mit freundlicher Hilfe von Einheimischen finden wir in 8 km Entfernung vom Tatort Rattelsdorf ein Radgeschäft in Unterneuses. Die Reparatur dauert eineinhalb Stunden, dann ist das Hinterrad silberglänzend mit lauter neuen Speichen, viele davon in Rennausführung. Trotzdem ziehen sich die restlichen 50 km wegen der oben erwähnten Charakteristika des Maintalweges. Erst um 18.30 Uhr erreichen wir das “Hotel zum weißen Roß” in Kulmbach, wo die Seniorchefin keck behauptet, von unserer Buchung keine Ahnung zu haben. Ein Blick auf unsere Gesichter - am Morgen haben wir in Bamberg um je 50 DM gemindert - belehrt sie jedoch und flugs bekommen wir ruhige Zimmer, später noch Essen beim Italiener.

7. Tag 26. 8. 00 Kulmbach - Gößweinstein

Der erste Blick aus dem Fenster zeigt schönes Wetter. Auf dem Marktplatz, direkt vor dem Hotel ist Markt und wir erstehen die köstlichsten Wegzehrungen.
Aus Kulmbach herauszufinden erweist sich als einfacher als hineinzukommen. Ab Melkendorf beginnt ein traumhafter Radweg auf einer alten Eisenbahnstrecke. Wir kommen gut voran. Trotz Sonnenschein bleibt die Luft angenehm kühl. Die fränkische Schweiz wird allerdings immer schweizerischer und wir keuchen Berg um Berg hinauf. Die Ausblicke oben entschädigen durchaus für die Mühe. Nach einem besonders steilen Abstieg bleibt die Luft weg - in einem Vorderreifen. Wir bekommen das schnell wieder hin und hanteln uns langsam Richtung Behringersmühle vorwärts. Nach Karte liegt der Ort unmittelbar bei Gößweinstein. Allerdings müssen noch ca 150 m Höhenunterschied bei 18% Steigung und viel Verkehr überwunden werden. Das “Hotel Regina” ist eine angenehme Überraschung, die Wirtin rührend besorgt und sehr bemüht um die erschöpften Radler. Wir erholen uns und steigen nicht nur zur örtlichen Burg auf, sondern sehen uns in Ruhe die Basilika an.

8. Tag 27. 8. 00 Gößweinstein - Amberg

Recht frohgemut und bei strahlendem Himmel verlassen wir Größweinstein, man möchte es nicht glauben, kletternder Weise. Es soll nicht unsere einzige Steigung bleiben. Eigentlich steigen wir nur, von gelegentlichen, ebenso steilen Abfahrten abgesehen. Der “Grottenradweg” erweist sich als besonders vertikal. Als wir endlich die europäische Wasserscheide erklommen haben, wird im dictionary eifrig nachgeblättert, was dieses deutsche Wort bedeutet. Ab jetzt fahren wir meist abwärts, was der Industrieentwicklung der Maxhütte durchaus angemessen ist. Wir lassen nicht nur sie, sondern auch die Luitpoldhütte samt Sozialsiedlungen an uns vorüberziehen und segeln nach Amberg hinunter. Für die Schönheiten der liebevoll restaurierten Altstadt haben wir erst nach einer Erholungspause einen Blick. Bei beginnendem warmem Regen sitzen wir gemütlich im “Rußwurmhaus” unterm großen Schirm und speisen vorzüglich.

9. Tag 28. 8. 00 Amberg - Regensburg

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hat, hört es um 8.00 Uhr früh tatsächlich auf. Wir haben gut geschlafen, diverse Wunden geleckt und sehen uns nach vorzüglichem Frühstück im “Hotel Brunner” wieder in der Lage, die Fahrräder zu besteigen. Die Sättel bereiten dem britischen Teil des Teams Probleme, ein deutsches Knie klagt, aber wir finden den 5-Flüsse-Radweg entlang der Vils wieder und schnurren auf einer ehemaligen Bahnstrecke leicht dahin.
Der ganze Tag bleibt so. In Kallmünz  zwischen Naab und Oberpfälzer Bergrücken wären wir am liebsten im “Weißen Rößl” geblieben. Um kurz vor 16.00 Uhr kommen wir entspannt in Regensburg im “Fröhliche Türken” an. Wir können in Ruhe die Stadt anschauen, inzwischen wieder bei Sonnenschein. Der Dom ist atemberaubend, ebenso die steinerne Brücke und die Schottenkirche. Wir sitzen sogar gemütlich auf einem hübschen Platz und können die Stadt auf uns wirken lassen. Abends essen wir im “Anastasia”, einem Lokal in der ehemaligen russischen Gesandtschaft. In allen Gewölben der alten Häuser  Leben, kleine Cafes, Bars, eine sogar mit Namn Felix.

10. Tag 29. 8. 00 Regensburg - Abensberg

Völlig stressfreier Weg aus Regensburg hinaus, entlang dem 5-Flüsse-Radweg, hier Donau. Sanfte Landschaft im frühen Herbstnebel, später schmelzende Sonne.
Das Donautal wird enger; bei Kehlheim wechseln wir wieder ziemlich stressfrei aufs Schiff, um über den sehr eindrucksvollen Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg zu gelangen. Dort Besichtigung der Kirche, ein Frühwerk der Asam Brothers. Außerdem die weltälteste Brauerei von 1050. Daneben Horrormarken von den letzten Hochwassern.
Wir radeln entspannt weiter, sind schon um 15.00 Uhr in Abensberg im luxuriösen “Stadthotel Kneitinger”. Gleich wird umgepackt, Badeausrüstung, weiter nach Bad Gögging. Wir senken nicht nur den Altersdurchschnitt erheblich, sondern tun es den Römern nach und lassen uns im warmen Wasser treiben. Die Gelenke sagen Danke.
Abends speisen wir exquisit im Konkurrenzhotel “Bruckmühler” und improvisieren eine Weinprobe.

11. Tag 30. 8. 00 Abensberg - Freising

Der Tag der Heimfahrt. Wieder sehr schöne Strecken durch die Hopfengegend, später weniger schön entlang der Isar. Von Freising aus Rückfahrt mit der S-Bahn.

 

[Anfang] [Brigitte] [Radtouren] [BtMG] [StPO] [Ausbildung] [Mongolei] [Felix Joach.] [Mail]