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Bodensee - Königssee

Bayern hat ein hervorragendes Fernradwegenetz, das auch im Internet leicht zu finden ist: http://bayerninfo.de/radler/h_radler.htm Besonders praktisch dabei: Die Strecken sind auf der linken Bildschirmseite nach Umgebung und Schwierigkeit eingeteilt; außerdem gibt es sinnvolle Hyperlinks auf die Orte am Weg.

Eine der neueren Errungenschaften des Radwegenetzes ist der
“Radweg Bodensee-Königssee”, den wir auch in dieser Richtung im Juni fuhren. Eigentlich wäre es schon wegen des Höhenprofils deutlich vernünftiger, am Königssee anzufangen, aber wir befürchteten  - ganz unzutreffenderweise - in dieser Richtung eine schlechtere Ausschilderung. Es wurde zwar manchmal schlecht ausgeschildert, das aber in beide Richtungen gleichmäßig.

Anreise zum Startpunkt Lindau: Fahrt mit DB von München nach Lindau, ca. 3 Stunden, mit Bayernticket oder dem Ticket “Schönes Wochenende” 21 Euro für bis zu 5 Personen. In Lindau fährt man praktisch neben der Bahn auf dem Bahndamm zurück und biegt am Ende rechts ab. Parallel zum Bodenseeufer geht es etwa 5 km Richtung Bregenz, von da ab ist der Radweg ausgeschildert. Ganz sanft steigt es die ersten 30 km stetig an, dann werden die Steigungen schon einmal heftiger. Kurz vor Oberstaufen kommt ein Gefälle mit 20 % auf Schotter; man hält besser sein Rad fest. In Oberstaufen geht die Ausschilderung verloren, kann aber in Bahn- hofsnähe wieder gefunden werden. Weiter geht es noch hinauf: Es muss wirklich traumhaft sein, das alles in Gegenrichtung zu radeln. Wir kamen bis Immenstadt - rechnerisch 65 km, tatsächlich 75. Ordentlich und preiswert, aber wegen der Höhenlage noch eine Herausforderung am Ende: “Bergpension Christine” www.bergpension.de/

Durch Immenstadt ist die Wegweisung auch mit normalem IQ zu finden; dann geht es erst durch ein Erholungsgebiet. Bei Rettenberg stört die Bundesstraße, neben der man herstrampelt; es schließt sich dann aber eine sehr schöne Strecke an. In Füssen kommt man am Musicaltheater vorbei, kurz danach wird Neuschwanstein passiert. Etwas holprig am Halblech entlang kommt man am Bannwaldsee vorbei nach Halblech-Buching, wo unsere zweite Etappe endete: Hotel Bannwaldsee, direkt am Ortseingang an der Bundesstraße (besser ein Zimmer zur Seite hinaus), aber trotzdem sehr angenehm. Das waren insgesamt 80 km, rechnerisch wieder etwas weniger.

Von Halblech bis Kochel führt der Radwanderweg die meiste Zeit am Fuß der Berge entlang. Sicher ist dies einer der schönsten Teile der Strecke und auch gar nicht so sehr anstrengend. Bei der Wieskirche und auch in einigen Orten muss man höllisch aufpassen, die Markierung nicht zu verlieren. Die Verwirrung rührt daher, dass König-Ludwigs-Weg und Prälatenweg zeitweise identisch mit dem B-K-RW sind. In Kochel bietet sich ein Bad im “Trimini” oder je nach Jahreszeit auch im See an. Geblieben sind wir mit Vergnügen im Gasthof Herzogstand, s. Unterkunftsverzeichnis von Kochel.

Die Strecke von Kochel nach Fischbachau hat ihre Tücken: Zwischen Bad Heilbrunn und Bad Tölz liegt der Radweg neben einer Bundes- straße, die nicht zu überhören ist. Allerdings kann man (in dieser Richtung) laufen lassen, weil es immer zügig bergab geht. Die Ortsdurchfahrt des Radweges in Bad Tölz ist fast nicht zu finden und ab Stadtmitte wenig attraktiv. Knüppeldick kommt es erst danach: Wenn man die steile Anhöhe zu einem Golfplatz erklommen hat, geht es völlig grundlos wieder hinunter. Zwischen Hausham und Schlier- see findet man 9 km brauchbaren Wanderweg, mit einem normalen Rad und Gepäck nicht unbedingt ein Vergnügen. Dafür macht der Rest wieder viel Spass, vor allem das Stück Schliersee - Fischbachau. In Fischbachau kann man gleich am Ortsrand Aurach im Aurachhof (Tel. 08028-9030, ca. 130 DM) oder im Hotel Maximilian (08028-415, ca 90 DM) gut übernachten. Insgesamt waren das etwa 75 echte (und schweißtreibende) Kilometer.

Nach einigen Kilometern auf schmalen Asphaltstraßen im Leitzachtal geht es erst hinauf zur Anhöhe, dann lang hinunter ins Inntal und dort wieder lang eben dahin. Erst bei Raubling steigt der links neben der Bahn verlaufende Radweg sanft an bis Frasdorf. Dort kann man sich entscheiden: Entweder dem Radweg bis Traunstein folgen oder links nach Prien und von dort per Schiff nach Chieming und weiter nach Traunstein. Der B-K-RW streift Übersee und verläuft auf schöner Strecke nach Traunstein. Man sollte sich dort schon wegen seiner schönen und doch zentralen Lage das Parkhotel “Traunsteiner Hof” leisten, wenn es geht (Tel. 0861/988820).

Für den Rest folgt man der leidlich gut ausgeschilderten Strecke nach Berchtesgaden über Piding und Bad Reichenhall - ca. 55 km. Vorsicht bei der eventuellen Bahnrückfahrt: Züge mit Fahrradtransport sind die Ausnahme.

Unsere - überwiegend sehr positiven - Erfahrungen haben wir in folgenden Brief gepackt:

An das Bayrische Staatsministerium
für Landesentwicklung und Umweltfragen

 

Bodensee-Königsee-Radweg

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Vergnügen sind wir den größten Teil dieses von Ihnen ausgearbeiteten Radwegs gefahren und möchten uns herzlich bedanken für die wirklich intelligente Streckenführung und Ausschilderung.

Damit dieses Juwel unter den vielen bayrischen Fernradwegen noch vollkommener wird, dürfen wir Ihnen vielleicht ein paar ergänzende Anregungen geben.

Beginnend in Lindau, fanden wir die Ausschilderung mit etwas Schwierigkeiten, wie wir überhaupt feststellen mussten, dass in den Städten das Aufspüren von "Y" und Radwegschild einige Anstrengung erforderte.

Ein Problem bereitete es uns auch, wenn andere örtliche oder überörtliche Radwege zusammentrafen. Bitte verteilen Sie doch überall recht großzügig die kleinen "Y"-Aufkleber, sie machen die Orientierung leichter.

Nun zum wichtigsten Kritikpunkt: Bitte verlassen Sie sich nicht zu sehr auf die Gemeinden, was die Auszeichnung von Radwegen betrifft. Die Strecke Gmund - Hausham ist für Tourenradler, die ja viel Gepäck dabei haben, nicht zu machen. Ich bezweifle, dass Mountainbiker hier auf ihre Kosten kommen, jedenfalls haben wir keine getroffen. Dieser Radweg ist zum Teil von einer derart schlechten Qualität, dass er selbst als Wanderweg eine Zumutung wäre. Das hatte bei einem unserer nagelneuen, hochwertigen Tourenräder einen Speichenbruch zur Folge.

Sicher ist es Ihnen möglich, hier die Streckenführung noch einmal zu überdenken.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte insgesamt nochmals unser volles Lob und unseren herzlichen Dank für eine herrliche Woche Radeln.

Mit freundlichen Grüßen

B. und J. Joachimski 

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